Jubiläum

Hessen und Thüringen erinnern an den Fall der Mauer

07.11.2019Hessische Staatskanzlei

Hessen und Thüringen erinnern im ehemaligen Grenzgebiet an den Fall der Mauer vor 30 Jahren

Die Landesregierungen von Hessen und Thüringen haben am 9. November 2019 in den ehemaligen Grenzstädten Wanfried und Treffurt mit einem ökumenischen Gottesdienst, einer Kranzniederlegung und einem großen Bürgerfest an dieses Jubiläum erinnert.
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Die Landesregierungen von Hessen und Thüringen haben am 9. November 2019 in den ehemaligen Grenzstädten Wanfried und Treffurt mit einem ökumenischen Gottesdienst, einer Kranzniederlegung und einem großen Bürgerfest an dieses Jubiläum erinnert.
© Thomas Lohnes

Vor 30 Jahren sind Hessen, Deutschland und die Welt durch den Fall der Mauer in Bewegung geraten. Ost- und Westdeutsche lagen sich nach der Öffnung der innerdeutschen Grenze in den Armen und feierten die historische Wiedervereinigung. Die Landesregierungen von Hessen und Thüringen erinnern am Samstag in den ehemaligen Grenzstädten Wanfried und Treffurt mit einem ökumenischen Gottesdienst, einer Kranzniederlegung und einem großen Bürgerfest an dieses Jubiläum. „Wir denken in diesen Tagen mit großer Freude und Dankbarkeit an die bewegte und bewegende Zeit im Herbst 1989. An das kaum für möglich gehaltene Ende der schmerzhaften Teilung. Ich wünsche mir, dass die Einheit unseres Landes und die Wertschätzung dafür wieder einen festen Platz in den Köpfen und Herzen der Menschen haben. Wir dürfen nicht das Trennende suchen, sondern müssen heute und in Zukunft bereit sein, Brücken zu bauen und Grenzen zu überwinden“, sagte der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier heute in Wiesbaden.

Ein Glückstag für unser Land

„Der 9. November 1989 war ein Glückstag für unser Land. Daran wollen wir gemeinsam erinnern und es vor allem jungen Menschen erzählen, die die deutsche Teilung nur aus Erzählungen oder dem Geschichtsunterricht kennen. Vor 30 Jahren haben mutige Menschen erst ihre Angst und später das diktatorische Regime besiegt.  Sie haben sich die Freiheit erkämpft, ohne dass ein einziger Schuss gefallen ist. Wenn sie ihr Schicksal nicht in die eigenen Hände genommen hätten, stünden wir heute nicht hier in Einheit und Freiheit“, betonte Bouffier im Vorfeld der Festveranstaltung, die Hessen und Thüringen gemeinsam mit den Kommunen Wanfried, Weißenborn, Treffurt, Geismar und Südeichsfeld ausrichten.

Der Regierungschef mahnte, das Erbe der friedlichen Revolution zu schützen und zu bewahren. „Die äußere Einheit ist 1989 gelungen. Es ist nun, 30 Jahre später, an der Zeit, die innere Einheit wieder stärker in den Blick zu nehmen. Freiheit ist nicht selbstverständlich und es ist unsere Verantwortung, den Feinden der Demokratie mit Worten und Taten die Stirn zu bieten. Die Gegenwart fordert uns heraus. In Zeiten, in denen neue Gräben zwischen Ost und West entstehen und aus der Saat von Verzagtheit und Angst der Wunsch erwächst, sich abzuschotten vor dem Fremden, dem Ungewissen und vor Andersdenkenden, appelliere ich an die Menschen: Reißt eure inneren Mauern ein und befreit das Herz vom Stacheldraht. Einigkeit und Recht und Freiheit in einem glücklich wiedervereinigten Deutschland gelingt, wenn wir uns nicht von Sorgen und Zweifeln leiten lassen, sondern unsere gemeinsame Zukunft mit Mut, Zuversicht und Offenheit gestalten. Diesen Geist, die Freude über eine Zukunft in Freiheit und Selbstbestimmtheit und den Stolz, der vor 30 Jahren das feste Fundament eines geeinten Deutschlands war, wünsche ich mir auch heute.“

Die Deutschen im Osten und Westen, in Thüringen und Hessen, lebten 28 Jahre lang getrennt durch die Mauer. An die zahlreichen Opfer, die bei Fluchtversuchen ihr Leben verloren, wird eine Gedenktafel auf der Werrabrücke zwischen Treffurt-Großburschla und Wanfried-Heldra erinnern. Dort legen die Ministerpräsidenten Volker Bouffier und Bodo Ramelow nach dem ökumenischen Gottesdienst in der Kirche St. Bonifatius in Großburschla Kränze nieder. Bürgerinnen und Bürger sollen im Anschluss auf dem früheren Todesstreifen mit Tafeln in den Farben schwarz, rot und gold das Wort „Freiheit“ stellen – und das höchste Gut unserer Gesellschaft im wahrsten Sinne des Wortes hochhalten. 

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