„EinBlick“-Tour

Schulalltag in Corona-Zeiten

18.06.2020Hessische Staatskanzlei

Ministerpräsident Bouffier bei Besuch der Martin-Niemöller-Schule in Riedstadt: „Ich bin beeindruckt, mit welchem Engagement alle Beteiligten diese Situation meistern“

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Besuch der Martin-Niemöller-Schule in Riedstadt.
Besuch der Martin-Niemöller-Schule in Riedstadt.
© Hessische Staatskanzlei

Der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier hat sich heute an der Martin-Niemöller-Schule in Riedstadt über den Schulalltag in Corona-Zeiten informiert.
„Ich bin beeindruckt, mit welchem Engagement alle Beteiligten die schrittweise Rückkehr in den Präsenzunterricht nach der Schließung der Schulen gemeistert haben. Wir sind zuversichtlich, dass wir nach den Sommerferien in ganz Hessen wieder in den Normalbetrieb zurückkehren. Das ist ein wichtiger Schritt für unsere gesamte Gesellschaft“, sagte der Regierungschef auf der ersten Station seiner „EinBlick“-Tour.

Es ist wichtig zu hören, was die Menschen bewegt

Ministerpräsident Bouffier besucht in den kommenden Tagen und Wochen verschiedene Einrichtungen und Organisationen, um sich ein Bild darüber zu verschaffen, wie diese durch die Corona-Krise gekommen sind, mit welchen Auswirkungen sie noch rechnen und wie ihre Perspektiven für die Zukunft sind. „Auch wenn das öffentliche Leben langsam wieder anläuft, werden wir die Folgen der Pandemie noch lange spüren. Uns ist es wichtig zu hören, was die Menschen bewegt“, sagte Bouffier.

Dank an Eltern, Lehrkräfte sowie an Schülerinnen und Schüler

Die Schließung der Schulen sei wichtig gewesen und habe Schülern, Eltern und Lehrern viel abverlangt. Der Ministerpräsident bedankte sich bei den Eltern und den Lehrkräften für ihren Einsatz in den vergangenen drei Monaten: „Sie haben Außergewöhnliches dabei geleistet, die Schülerinnen und Schüler daheim zu betreuen und den Stoff für dieses Schuljahr weiter zu vermitteln. Dafür bin ich Ihnen außerordentlich dankbar.“ Auch an die Schülerinnen und Schüler richtete der Ministerpräsident seinen ausdrücklichen Dank: „Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es schwerfällt, zu Hause zu arbeiten und sich selbst zu motivieren. Ihr habt mir heute gezeigt, wie prima Ihr das macht.“

Hessens Schulen auf einem guten Weg zurück in den Normalbetrieb

Hessens Schulen seien auf einem guten Weg zurück in den Normalbetrieb.  An den Grundschulen wird noch vor den Sommerferien mit Unterricht für alle Schülerinnen und Schüler gestartet. „Für eine so große Einheit wie die Niemöller-Schule sind die organisatorischen und personellen Herausforderungen größer. Außerdem können die etwas älteren Jahrgangstufen besser als die Kleinen mit den Herausforderungen des Home-Schoolings umgehen“, sagte Bouffier. Auf die Schule in Riedstadt gehen knapp 900 Schüler und das Areal ist weitläufig. „Es ist schön zu sehen, wie souverän die Schülerinnen, Schüler und ihre Lehrer mit der Situation hier umgehen“, sagte Bouffier. Auf dem Gelände kann – aufgrund der großzügigen Möglichkeiten, Abstand zu halten ­­– sogar auf eine Mund-Nasen-Bedeckung verzichtet werden.

„Die überwiegend positiven Rückmeldungen der Schulen nach der Rückkehr in einen Präsenzbetrieb sind nicht zuletzt auf das verantwortungsbewusste Verhalten der Schülerinnen und Schüler und die gute Vorbereitung an den Schulen zurückzuführen“, betonte Bouffier. Raumbelegungen, Tisch- und Sitzordnungen wurden angepasst, Markierungen auf dem Boden angebracht und der Unterricht verkürzt. „Indem wir Masken und Desinfektionsmittel zur Verfügung stellen, unterstützen wir die Schulträger vor Ort dabei, die Hygienevorgaben in den Schulen einzuhalten“, sagte Bouffier.

Recht auf Bildung und Chancengerechtigkeit

„Auch wenn noch viel Arbeit vor uns liegt, tragen wir mit jedem weiteren Lockerungsschritt dazu bei, dem Recht auf Bildung und Chancengerechtigkeit wieder Geltung zu verschaffen. Eltern mit jungen Kindern können Familie und Beruf wieder besser vereinbaren“, so Bouffier abschließend. Jetzt sei es wichtig, nach vorne zu schauen. Die Krise habe einmal mehr gezeigt, wie wichtig eine solide digitale Ausstattung der Schulen sei. Hier werde in den kommenden Jahren viel Geld investiert. „Zusätzlich zu den fast 500 Millionen Euro, die durch das Programm Digitale Schule Hessen in die Klassenräume fließen, wollen wir auch erhebliche Summen aus dem Gute-Zukunft-Sicherungsgesetz in die digitale Infrastruktur investieren.“

Hintergrundinformationen

Nach dem aufgrund der Corona-Pandemie der reguläre Schulbetrieb zum 16. März 2020 – also vor ziemlich genau drei Monaten – ausgesetzt wurde, begann für einige Schulen in Hessen am 27. April die schrittweise Rückkehr zum Präsenzunterricht. Den Anfang machten Ende April die vor ihren Prüfungen stehenden Abschlussklassen – insbesondere der Jahrgang 9 im Hauptschulbildungsgang und der Jahrgang 10 im Realschulbildungsgang. Auch die Schülerinnen und Schüler dieser Jahrgänge der Martin-Niemöller-Schüler konnten ab diesem Zeitpunkt wieder in verringertem Stundenumfang in die Schule gehen, um sich auf die Prüfungen vorzubereiten. Ab dem 18. Mai konnten auch die Schülerinnen und Schüler der anderen Jahrgänge an einzelnen Tage zum Unterricht in die Schule zurückkehren. Bis zu den Sommerferien wird Schule und Unterricht aber zunächst weiterhin aus einer Mischung von Präsenzunterricht und Lernen zuhause bestehen.

Für die Beschulung aller Schülerinnen und Schüler, die weiterhin ausschließlich oder hauptsächlich zuhause lernten und lernen, hat das Hessische Kultusministerium am 24. April eine Handreichung für Lehrkräfte zu den unterrichtsersetzenden Lernsituationen herausgegeben. Gleichzeitig erhöhte sich zwischen Mitte März und Ende April die Zahl der Schulen, die einen Zugang zum Schulportal Hessen – der digitalen Lehr- und Lernplattform des Landes – von 650 auf rund 970 landesweit.

Für den Präsenzunterricht an den Schulen gelten derzeit strenge Abstands- und Hygieneregeln, die sowohl von den Lehrkräften als auch von Schülerinnen und Schülern zu befolgen sind. So ist sowohl im Unterricht als auch in den Pausen der Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten, ebenso wie die allgemeinen Regeln zur Handhygiene. Außerdem sollen je nach Raumgröße die Lerngruppen i.d.R. nicht mehr als 15 Schülerinnen und Schüler umfassen. Zur besseren Orientierung hat das Hessische Kultusministerium nach den Osterferien einen Hygieneplan herausgegeben, der Anfang Juni aktualisiert wurde. Aktuell erarbeitet eine von Kultusminister Lorz berufene Konzeptgruppe einen Plan, wie Schule und Unterricht nach den Sommerferien organisiert werden können. Ziel dabei ist die Wiederherstellung des Regelbetriebs – soweit es die Entwicklung der Infektionslage dann zulassen wird. 

Ministerpräsident Volker Bouffier besucht die Martin-Niemöller-Schule in Riedstadt.
  • Ministerpräsident Volker Bouffier besucht die Martin-Niemöller-Schule in Riedstadt.
  • Besuch der Martin-Niemöller-Schule in Riedstadt.
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Bouffier besucht die Martin-Niemöller-Schule in Riedstadt

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