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Sportministerkonferenz beschließt hessische Initiative gegen Gewalt im Fußball

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Bild eines Fußballstadions
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Auf Initiative des Hessischen Innenministers Peter Beuth hat die 41. Sportministerkonferenz (SMK) einstimmig die zunehmende Gewalt im Fußball in Deutschland verurteilt. „Das ist ein wichtiges Signal für den Sport und eine klare Aufforderung an Vereine, Verbände und Fanorganisationen sich verstärkt mit dem Gewaltproblem im Fußball auseinanderzusetzen“, begrüßte der Innenminister den Beschluss. Laut des Jahresberichts der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) wurden in der zurückliegenden Spielzeit in deutschen Stadien der Bundesliga, der 2. Bundesliga und der 3. Liga mehr Pyrotechnik abgebrannt, die Zahl der eingeleiteten Verfahren stieg in der Saison 2016/17 um 18 Prozent auf 669. Auch die Einsatzstunden der Polizei stiegen signifikant um sieben Prozentpunkte sodass insgesamt in der Saison 2016/17 rund 2,24 Millionen Arbeitsstunden anfielen. Die Zahl der Verletzten liegt nach wie vor auf einem hohen Niveau. 1.226 Personen trugen in der Spielzeit 2016/17 durch Gewalt bei Fußballspielen Verletzungen davon. 504 davon waren Unbeteiligte.

„Für die Polizei ist jeder Spieltag ein Kraftakt und dennoch kommt sie bundesweit ihrem gesetzlichen Auftrag nach und schützt diese Sportveranstaltungen. In den Stadien sind aber die Vereine für die Sicherheit zuständig. Die drängendste Maßnahme ist, dass die Vereine und die echten Fans gewaltbereite Chaoten und Extremisten ächten. Diese Anti-Fans, die friedliche Stadionbesucher verängstigen und Parolen verbreiten, haben dort nichts zu suchen. Das gilt auch für das Abbrennen von 1000 Grad heißer Pyrotechnik und zwar ausnahmslos“, erklärte Peter Beuth. Die Aussetzung von Kollektivstrafen durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) sei nur zu rechtfertigen, wenn dieser Schritt zu einer erheblichen Verbesserung der Situation und einer nachhaltigen Verhaltensänderung sowie einer von allen Beteiligten akzeptierten Ächtung von Gewalt und Pyrotechnik in den Stadien führe. Die SMK verurteilte einstimmig das für alle Zuschauer so gefährliche Abbrennen von Pyrotechnik im Stadion.

„Chaoten und Extremisten müssen geächtet werden.“

Die SMK erwartet darüber hinaus eine klare Haltung und auch konkrete Taten der Vereine. Diese müssten in ihrem eigenen Interesse dafür sorgen, Gewalttäter aus Fußballstadien zu verbannen. Die Richtlinien zur einheitlichen Behandlung von Stadionverboten müssten konsequent von den Vereinen und dem DFB umgesetzt werden. Nur mit einer Ächtung der Problemfans durch die Vereine können die Störer aus den Stadien und aus dem Fußball verbannt werden, erklärten die Sportminister gemeinsam. Erlassene Stadionverbote seien bei Vorliegen der Voraussetzungen bedingungslos umzusetzen.

„Alle Sportminister bieten den Vereinen bei der konsequenten Umsetzung dieser Haltung ausdrücklich ihre Hilfe an, um Unterstützungsstrukturen für Gewalttäter und Störer an einzelnen Standorten durch gemeinsame Maßnahmen zu zerschlagen“, sagte der Minister. Ebenfalls erachtet die SMK Vereinsausschlüsse als ein geeignetes Mittel, Gewalttäter aus dem direkten Umfeld des Fußballs auszuschließen. Gewaltbereite und Gewaltsuchende dürfen nicht länger Mitglied eines Fußballvereins oder deren Fanclubs sein.

„Ein integrer Fußball-Spielbetrieb ist die Voraussetzung für staatliche Zuwendungen und Unterstützung des Sports. Nur bei einer konsequenten Haltung gegen Gewalt und Extremismus ist die Unterstützung durch die öffentliche Hand auch zukünftig zu rechtfertigen“, unterstrich der Innenminister. Die SMK begrüßte zugleich das verstärkte Engagement des organisierten Sports. „DFB, Vereine und Liga haben in die Sicherheit der Stadien sowie die Qualifikation und Anzahl der Sicherheitsleute investiert. Wenn wir aber heute feststellen, dass das immer noch nicht reicht, dann muss dieses Engagement noch intensiviert werden. Für alle Beteiligten muss aber eines klar sein: Ohne einen unmissverständlichen Gewaltverzicht kann es keinen zielführenden Dialog geben“, so Peter Beuth. Die SMK hält es zudem weiterhin für geboten, die konsequente Anwendung präventivpolizeilicher Maßnahmen wie Meldeauflagen und Bereichsbetretungsverbote zu unterstützen.

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