dimap-Umfrage

Hessen fühlen sich wohl und sehen wirtschaftliche Lage positiv

„Die Hessen fühlen sich wohl und sehen die wirtschaftliche Lage positiv“, so das Ergebnis einer Studie, die die Hessische Landesregierung Ende 2011 in Auftrag gegeben hatte. Anlass für die erste Veröffentlichung einer Umfrage der Landesregierung ist eine sich bundesweit verändernde Rechtslage, die durch die Rechtsprechung oberster Gerichte in anderen Bundesländern eingetreten ist. „Wir entsprechen dieser sich verändernden Rechtslage, die durch die Rechtsprechung oberster Gerichte in anderen Bundesländern eingetreten ist, und schaffen damit Transparenz“, erklärte der Chef der Hessischen Staatskanzlei, Staatsminister Axel Wintermeyer.

In der Umfrage stand vor allem auch die Einstellung und Bewertung der Menschen zum Standort Hessen im Blickpunkt. „Quer durch alle Alters- und Bevölkerungsschichten bekennen sich die Menschen in hohem Maße zu Hessen und identifizieren sich mit unserem Land“, so der Sprecher der Landesregierung, Staatssekretär Michael Bußer. 61 Prozent der Befragten gaben an, ‚sehr gern‘ in Hessen zu leben, 36 Prozent ‚eher gern‘.

Gefragt nach Verbesserungen sprachen sich 16 Prozent für eine Verbesserung der Infrastruktur aus, gefolgt von Bildung (10 Prozent) oder Kinderbetreuung (4 Prozent). Die meisten der befragten Bürgerinnen und Bürger (37 Prozent) würden nichts verbessern.

„Hinsichtlich der persönlichen wirtschaftlichen Lage und der wirtschaftlichen Lage in Hessen sind die Menschen absolut optimistisch und zuversichtlich“, so Bußer. So beurteilten 83 Prozent der Befragten ihre persönliche Lage als ‚sehr gut‘ bzw. ‚gut‘ und nur 13 Prozent als ‚eher schlecht‘ oder ‚sehr schlecht‘.

Wirtschaftliche Lage als positiv beurteilt

Fast identisch beurteilt die Bevölkerung die wirtschaftliche Lage Hessens im Vergleich zu anderen Bundesländern: 11 Prozent ‚wesentlich besser‘, 65 Prozent ‚etwas besser‘, 12 Prozent ‚etwas schlechter‘ und 2 Prozent ‚wesentlich schlechter‘. 53 Prozent der Befragten sind zudem der Auffassung, dass in Hessen im Vergleich zu anderen Bundesländern eine sehr gute beziehungsweise gute Politik betrieben werde, 31 Prozent beurteilen sie weniger gut, 7 Prozent schlecht. „Diese Ergebnisse reihen sich in eine Vielzahl von Standortbefragungen der letzten zwei Jahre ein, die unserem Land ein hohes Maß an wirtschaftlicher Dynamik und guter Zukunftsperspektiven bescheinigen. Der Daumen in Hessen zeigt ganz eindeutig nach oben und das spüren die Menschen auch ganz persönlich“, so Bußer.

Die Landesregierung fragte auch nach aktuellen Problemfeldern. So halten eine stärkere Beteiligung der Landesregierung in Fragen der Finanzkrise 54 Prozent der Befragten für wünschenswert. „Schuldenabbau, stabile Währung und Finanzplatz Frankfurt bleiben daher auf der Agenda der Landesregierung ganz oben. Auch Fragen rundum den Frankfurter Flughafen waren Thema der aktuellen Umfrage. Genau 37 Prozent sehen ein Wachstum der Wirtschaftskraft des Flughafens in Zukunft für wichtig an, 10 Prozent sind der Meinung, es sollte zukünftig weniger werden, die Hälfte der Befragten tritt dafür ein, es sollte bei der derzeitigen Entwicklung des Flughafens bleiben. „Wir haben gerade auch die veränderten Belastungen durch den Lärm und die aktuelle Debatte zum Thema gemacht, um die verschiedenen Meinungen zu erfragen“, erläutert Bußer. Rund 88 Prozent der Bürgerinnen und Bürger erwarten möglichst bald ein Programm zur Lärmreduzierung. Neben dem Flughafenbetreiber Fraport sehen die Bürgerinnen und Bürger die Landesregierung, die einzelnen Fluglinien, die Bundesregierung und die Flugsicherung in der Pflicht, sich stärker zur Eindämmung des Fluglärms zu engagieren.

Insgesamt bewerten die Menschen das persönliche Wohlbefinden höher als Fragen der wirtschaftlichen Bedeutung. Andererseits stimmten der Meinung „Größerer Lärm war vorher bekannt“ 49 Prozent der Befragten eher zu, 44 Prozent eher nicht zu. „Die Landesregierung liegt hier richtig, zusammen mit den am Flugbetrieb beteiligten Institutionen ein Maßnahmenpaket zur Reduzierung des Lärms zu schnüren“, so Bußer. Gleichzeitig lasse die Umfrage auch den Schluss zu, dass sich die Menschen der wirtschaftlichen Bedeutung des Flughafens durchaus bewusst seien.

Hessen fühlen sich durch Rechtsextremismus kaum bedroht

Aktuell auch das Thema Rechtsextremismus: „Die hessische Bevölkerung befürwortet zu fast 70 Prozent den Einsatz der Landesregierung für ein NPD-Verbot“, so Bußer. Allerdings seien gleichzeitig 61 Prozent der Befragten der Auffassung, dass eine Bekämpfung des Rechtsextremismus durch ein solches Verbot nicht leichter werde. Die persönliche Betroffenheit ist dabei eher gering, so fühlten sich 54 Prozent der Menschen durch Rechtsextremismus und Rechtsterrorismus ‚gar nicht‘, 34 Prozent ‚weniger stark‘, 7 Prozent ‚ziemlich stark‘ und 3 Prozent ‚sehr stark‘ bedroht. Regierungssprecher Michael Bußer: „Wir nehmen das Thema ernst und werden konsequent weiter gegen rechte Gewalt vorgehen.“ Die Landesregierung bleibe bei ihrer Position: „Ein NPD-Verbot kann überhaupt nur dann sinnvoll sein, wenn es realistische Erfolgsaussichten hat“, erklärte der Regierungssprecher.

Schließlich wurden die Bürgerinnen und Bürger auch nach ihrer Auffassung zu den grundsätzlichen Möglichkeiten der politischen Auseinandersetzung befragt. Dabei sind jeweils 46 Prozent der Befragten der Auffassung, dass Parteien stärker zusammenarbeiten sollen bzw. die Auseinandersetzung und unterschiedliche Auffassungen zu suchen seien.

„Wir werden als Landesregierung in Sachfragen sicherlich auch nicht die politische Auseinandersetzung scheuen.“ Streit um des Streites Willen bringt uns aber auch nicht weiter. Deshalb wird Ministerpräsident Volker Bouffier wie bei der Aufnahme der Schuldenbremse in die Verfassung, dem Konsens zum Energiegipfel oder beim aktuellen Thema Lärmbelastungen versuchen, Menschen zusammenzuführen und nach Lösungen für gemeinsame Wege zu ringen“, sagte Regierungssprecher Bußer.

Ergebnisse der dimap-Umfrage